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Fragen an Kleist. Beitragsvorschläge für das Kleist-Jahrbuch 2021

Seit über 200 Jahren geben uns Heinrich von Kleists Werke Fragen auf. Diese Fragen werden zunächst im Text selbst gestellt, etwa durch die Erzählinstanz, durch einzelne Figuren oder Gesprächspartner. Antworten finden sich hingegen eher selten. Daher geben diese abgründigen, nie „ausinterpretierten“ Texte auch den Leserinnen und Lesern Fragen auf, die abhängig vom theoretischen Zugriff oder auch von der Herkunft immer wieder zu unterschiedlichen Antworten und Perspektiven führen. 

Zehn Jahre nach dem durch das Kleist-Jahr 2011 ausgelösten Boom an Publikationen zu Kleist lädt das Herausgeberteam des Kleist-Jahrbuchs dazu ein, den Stand der jüngeren Forschung zu bilanzieren und offene „Fragen an Kleist“ zu formulieren. Mit diesem Call for Papers möchten wir alle an Kleist Interessierten ermuntern, sich den Werken dieses Autors in ihrer ganzen Vielfalt, Komplexität und Aktualität zu nähern: Welche Bedeutung kommt Formen des Wissens und den Wissenschaften zu? Welche ästhetischen, philosophischen oder historisch-soziologischen Zeit-Modellierungen und -Konzepte werden produktiv gemacht? Wie werden Gegenstände, Tiere, Räume politisch und anthropologisch semantisiert? In welchen literatur- und kulturhistorischen Konstellationen positionieren sich Kleists Werke? Was zeichnet den (vergessenen) Satiriker und Lyriker Kleist aus? Wie steht es um die literarische, mediale oder künstlerische Kleist-Rezeption? Gibt es neue Funde bezogen auf Transkription und Adaption der Texte Kleists? Ein Desiderat stellen darüber hinaus forschungsgeschichtliche Arbeiten dar, sei es als Aufarbeitung älterer Forschungstraditionen oder in systematisch angelegten Artikeln zu einzelnen Werken, Werkgruppen, thematischen Komplexen oder Entstehungsphasen.

Diese kurze und offene Aufzählung von „Fragen an Kleist“ versteht sich als Impuls und Beispiel gebend. Weitere Fragen sind denkbar und ertragreich, ja führen womöglich zu einem ganz neuen Kleist? Gern können Sie Ihre „Fragen an Kleist“ in Form eines Artikels für das nächste Kleist-Jahrbuch 2021 einreichen, er wird dann von den Herausgeberinnen und Herausgebern begutachtet.

Bitte senden Sie Ihren Beitrag (Länge ca. 15 Normseiten) bis zum 31. März 2021 an die Redaktionsadresse des Kleist-Jahrbuchs: schoenbeck@kleist-museum.de (Dr. Sebastian Schönbeck). Ein redaktionelles Merkblatt finden Sie hier.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Herausgeberinnen und Herausgeber des Kleist-Jahrbuchs gerne zur Verfügung: Prof. Dr. Andrea Allerkamp, Prof. Dr. Andrea Bartl, Prof. Dr. Anne Fleig, Dr. Barbara Gribnitz, Dr. Hannah Lotte Lund, PD Dr. Martin Roussel.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!


Kleist-Jahrbuch 2020

Andrea Allerkamp, Andrea Bartl, Anne Fleig, Barbara Gribnitz, Hannah Lotte Lund und Martin Roussel (Hrsg.)

Im Auftrag des Vorstandes der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und des Kleist-Museums.

Verlag: J.B. Metzler 

VI, 184 S., kartoniert, Preis: EUR 39,99, ISBN: 978-3-662-62283-4

Das Kleist-Jahrbuch 2020 dokumentiert die Verleihung des Kleist-Preises 2019 mit den Reden der Preisträgerin Ilma Rakusa, der Vertrauensperson der Jury Yoko Tawada und des Präsidenten der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Günter Blamberger. Abhandlungen zu Kleists Werken, Miszellen zum Umfeld Kleists, Nachrufe auf Hans Joachim Kreutzer und Alexander Weigel sowie Rezensionen wissenschaftlicher Neuerscheinungen zu Kleist beschließen den Band.


Inhaltsverzeichnis

Vorwort VII

Verleihung des Kleist-Preises 2019

Günter Blamberger: Das Leben neu buchstabieren. Rede zur Verleihung des Kleist-Preises an Ilma Rakusa 3
Yoko Tawada: Laudatio anlässlich der Verleihung des Kleist-Preises an Ilma Rakusa 7
Ilma Rakusa: Rede zur Verleihung des Kleist-Preises 2019 11

Abhandlungen

Lea Liese: Kommunikation / Kontamination.Gerücht und Ansteckung bei Heinrich von Kleist 19
Alex Holznienkemper: Grenzen der Sprache und des Rechts – Die (Un)Artikuliertheit in Kleists ›Michael Kohlhaas‹ 37
Jeffrey L. High und Lisa Beesley: Sophie Mereaus und Clemens Brentanos Übersetzungen von María de Zayas’ ›Novelas amorosas y ejemplares‹ und die Prosawerke Heinrich von Kleists 63
Robert F. Wittkamp: Text und / in Bewegung. Zur Übersetzung von ›Das Erdbeben in Chili‹ ins Japanische 91

Miszellen

Christoph Willmitzer: Ein unveröffentlichter Brief Adam Müllers an Rühle von Lilienstern 113
Hans-Jochen Marquardt: Das Loch im Geldbeutel. Zwei Briefe Adam Heinrich Müllers an Otto August Rühle von Lilienstern aus dem Jahr 1808 117
Paul Kahl: Die von Hans Breker geschaffene Gedenktafel für Christoph Martin Wieland und Heinrich von Kleist 1943. Zur Vorgeschichte des Wielandmuseums in Oßmannstedt 129

Rezensionen

Katharina Döderlein, Die Diskrepanz zwischen Recht und Rechtsgefühl in der Literatur. Ein dramatischer Dualismus von Heinrich von Kleist bis Martin Walser. Sowie: Florian Schmidt, Der Sieg des Rechtsgefühls. Subjektivierung und Selbstgenuss bei Foucault, Rousseau, Kleist und in der Juryliteratur. – Besprochen von Bernd Fischer 143
Jill Bühler, Vor dem Lustmord. Sexualisierte Gewalt in Literatur und Forensik um 1800. – Besprochen von Christine Künzel 148
Christian Villiger, Wort für Wort. Konkretismus als literarisches Verfahrenbei Kleist, Kafka und Rilke. – Besprochen von Timo Sestu 152
Jan Wittmann, Recht sprechen. Richterfiguren bei Kleist, Kafka und Zeh.Sowie: Antje Arnold und Walter Pape (Hg.): Romantik und Recht.Recht und Sprache, Rechtsfälle und Gerechtigkeit. – Besprochen von Charlotte Kurbjuhn 157

Nachrufe

Peter Philipp Riedl: Nachruf auf Hans Joachim Kreutzer 169
Esther Slevogt: Nachruf auf Alexander Weigel 173

Anhang

Siglenverzeichnis 179
Verzeichnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 181
Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und Kleist-Museum 184


Sonderband zum Kleist-Jahrbuch 2020.

Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug, ein Lustspiel.

Textkritische Edition der Handschrift herausgegeben von Günter Dunz-Wolff

Sonderband des Kleist-Jahrbuchs 2020

Im Auftrag des Vorstandes der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und des Kleist-Museums.

Verlag: J.B. Metzler 

VI, 263 S., kartoniert, Preis: EUR 54,99, ISBN: 978-3-662-62286-5

Mit dieser Edition von Kleists Handschrift »Der zerbrochne Krug« wird eine textgenetische Darstellung vorgelegt, die Kleists zahlreiche, teilweise komplexen Textänderungen en detail rekonstruiert. Methodisches Instrumentarium für die Rekonstruktion bildet die Handschriftanalyse. Wesentliches Ergebnis der Rekonstruktion ist die chronologische Darstellung der einzelnen Versvarianten und ihrer vers­übergreifenden Bezüge. Sofern die Versfassungen sich unterscheiden, werden auch die Fassungen der ­»Phöbus«­Fragmente und des Erstdrucks mitgeteilt. Auf diesem Weg entsteht ein komplexes Bild der zahlreichen Übereinstimmungen und Abweichungen der unterschiedlichen »Krug«-Textzeugen, deren dichtes Beziehungsgeflecht hier erstmals systematisch und vollständig erfassbar ist. Abgeschlossen wird der Band mit einer Untersuchung zur Entwicklung von Kleists Handschrift, deren Methodik diese Edition erst ermöglicht hat. Die Darstellung wird unterstützt durch den Abdruck zahlreicher Faksimile-Ausschnitte. Die Edition erscheint als Sonderband des Kleist-Jahrbuchs.


Inhaltsverzeichnis

Über diese Edition VII

Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug, ein Lustspiel. [Textkritische Edition der Handschrift] 1

Anhang

Textgenese und Darstellungskonzept. Ziele dieser Edition 155
Textgenetische Problemfälle. Analyse und Diskussion einzelner Verse der ›Krug‹-Handschrift 171
Paralleldruck versübergreifender Varianten. Vergleichende Darstellung umfangreich überarbeiteter Textabschnitte 205
Kleists Handschrift und ihre Entwicklung. Handschriftanalyse als Datierungsmethodik 223
Siglenverzeichnis 263

Kleist-Jahrbücher

Mit Abhandlungen zu Kleists Werken und Rezensionen zu den wichtigsten Publikationen geben einen detaillierten Überblick über die aktuelle Kleist-Forschung. Außerdem finden sich in den Jahrbüchern die Reden zur Verleihung des Kleist-Preises. Die aktuellen Kleist-Jahrbücher sind im Buchhandel erhältlich.

Ältere Jahrbücher der Jahre 2000 - 2013 können hier heruntergeladen werden.


Herausgeber*innen

Andrea Allerkamp, Professorin für Westeuropäische Literaturen an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Andrea Bartl, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bamberg

Anne Fleig, Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin

Barbara Gribnitz, Leiterin der Abteilung Forschung im Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Hannah Lotte Lund, Direktorin des Kleist-Museums, Frankfurt (Oder)

Martin Roussel, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Internationalen Kollegs Morphomata (Köln)