Mit dem Abriss des bisher als Magazin genutzten Flachbaus neben dem Kleist-Museum haben am 17. August 2010 die Vorbereitungen für den Neubau am Kleist-Museum begonnen. Auf der frei gewordenen Fläche wird der Erweiterungsbau entstehen, der mit dem anliegenden spätbarocken Stammgebäude des Museums an der Faberstraße verbunden wird. Im Juli hatte das Preisgericht unter Vorsitz von Frau Prof. Lauber aus München den ersten Preis an den Entwurf der Lehmann Architekten GmbH Offenburg gemeinsam mit Helleckes Landschaftsarchitektur Karlsruhe vergeben. Über alle eingereichten Entwürfe und die künftige Nutzung des Neubaus wird ab dem 3. September eine temporäre Ausstellung im Kleist-Museum informieren.
Am 14. Juli wurden durch den Oberbürgermeister der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder), Dr. Martin Wilke, die Preisträger des Architekturwettbewerbs für den Museumsneubau ausgezeichnet. Das Preisgericht unter Vorsitz von Frau Prof. Lauber aus München hatte am 8. Juli einstimmig dem Entwurf der Lehmann Architekten GmbH Offenburg gemeinsam mit Helleckes Landschaftsarchitektur Karlsruhe den ersten Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 25.000 €, zuerkannt. In der Begründung hob die Jury, der unter anderen auch Dr. Wolfgang de Bruyn, Ferdinand Nowak vom MWFK des Landes Brandenburg und Martina Bienhüls als Vertreterin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien angehörten die herausragende Leistung des Gebäudeentwurfs hervor, die insbesondere in der optimalen Erfüllung des Raumprogramms und im äußerst sensiblen Umgang mit dem barocken Einzeldenkmal liege. Die disziplinierte architektonische Haltung der Verfasser schaffe einen poetischen, der Zukunft zugewandten Ort – ein modernes, anmutiges Konzept für ein neues Kleist-Museum in Frankfurt (Oder).
Mehr als 200 Architekturbüros aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern hatten sich um die Teilnahme am Wettbewerb beworben, neben 5 gesetzten Büros wurden 9 weitere Teilnehmer durch Los bestimmt. Aus den letztendlich 13 eingereichten Entwürfen wurden als zweiter Preisträger die Springer Architekten GmbH Berlin in Zusammenarbeit mit Weidinger Landschaftsarchitekten und mit dem dritten Preis Reimar Herbst.Architekten Berlin gemeinsam mit Kamel Louafi Landschaftsarchitekten bedacht. Außerdem wurden ein vierter Preis vergeben und zwei Anerkennungen ausgesprochen.
Der Museumsneubau wird vom Bund, Land und aus Mitteln der Europäischen Gemeinschaft finanziert. Dr. Wilke dankte Bund und Land noch einmal ausdrücklich für die Unterstützung. Bauherr für das 5,4 Millionen-Projekt ist der Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte e.V., die Stadt Frankfurt (Oder) fungiert dankenswerterweise als Dienstleister für den Verein.
Herr Derling, Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Umweltschutz und Kultur, informierte, dass im 3. Quartal die bauvorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen werden sollen und im 4. Quartal mit dem eigentlichen Bau begonnen wird. Die Fertigstellung des Hauses ist für Ende 2012 geplant.
Wolfgang de Bruyn betonte, dass mit dem neuen Haus endlich die Möglichkeit gegeben wird, die umfangreichen Bestände des Museums, insbesondere die Kunst, die Theatralia, die wertvolle Bibliothek und die Autographen entsprechend den konservatorischen Notwendigkeiten zu lagern und sowohl für die Besucher des Museums als auch für die interne und externe Forschungsarbeit angemessen zu präsentieren und vorzuhalten.
Bis zum 23. Juli werden die Modelle und Entwürfe des Architekturwettbewerbs im Sitzungssaal des Frankfurter Rathauses gezeigt, Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden. Am 3. September wird dann im Rahmen der Kurzen Nacht der Frankfurter Museen im Kabinett des Hauses eine Ausstellung der Modelle eröffnet und in einem Gespräch zwischen Wolfgang de Bruyn und einem Vertreter des Büros für Stadtplanung, -forschung und –erneuerung (PFE) Auskunft insbesondere über die Fortschreibung des Raumprogramms und die nächsten Schritte des Bauprojektes gegeben.
Am 20. April 2010 wurde das Rückfragenkolloquium zum Realisierungswettbewerb des Neubaus des Kleist-Museums Frankfurt (Oder) einschließlich Freiflächengestaltung im Rathaus der Stadt durchgeführt. Die Architekturbüros (Arbeitsgemeinschaften) informierten sich über Details der Auslobungsunterlagen und konnten ihre Fragen an die Vertreter des Auslobers, die anwesenden Preisrichter und Sachverständigen stellen, so an Robert Graefrath vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und Eckerhard Tattermusch, Vertreter der Brandenburgischen Architektenkammer. Ferdinand Nowak und Dr. Philipp Riecken vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg erläuterten die Finanzierung und den Zeitplan. Anschließend informierten sich die vertretenden Büros auf einem Rundgang im Wettbewerbsgebiet und durch das Kleist-Museum. Nach der abschließenden Diskussion zu Fragen des Wettbewerbsverfahrens und der bereitgestellten Unterlagen, der Wettbewerbsaufgabe und dem Raumprogramm wurden durch das Bauamt der Stadt Frankfurt (Oder) die Modelle übergeben. Das Kolloquium verlief in einer aufgeschlossenen, konstruktiven Atmosphäre und hat, so die einhellige
Meinung der Teilnehmer, zum tieferen Verständnis der inhaltlichen Fragestellungen sowie zur weiteren Sensibilisierung hinsichtlich des Umgangs mit der historischen Bausubstanz maßgeblich beigetragen. Spannende Entwürfe sind also auf jeden Fall zu erwarten!

Auf der nicht genutzten Hoffläche des Kleist-Museums in der Faberstaße, auf der der Anbau des Hauses geplant ist, wurde am Montag, den 15.03.2010 im Zuge der bauvorbereitenden Maßnahmen der Götterbaum (lat. Ailanthus altissima), auch Himmelsbaum oder Bitteresche genannt, gefällt. Wie das städtische Grünflächenamt mitteilte, werden mit dem beginnenden Wettbewerbsverfahren zum Museums-Anbau weitere Bauvorbereitungen wie Baugrunduntersuchungen, Archäologische Untersuchungen oder die Umverlegung des Heizkanals durchgeführt.
Die Entscheidung für den Erweiterungsneubau ist nun endgültig gefallen! Nachdem Staatsminister Neumann die noch ausstehenden Bundesanteile in Höhe von 540 000 Euro im November zugesagt hatte, wurden seitens des Landes Brandenburg noch im Dezember die Fördermittel für die Ausschreibung des Realisierungswettbewerbes an die Stadt Frankfurt (Oder) ausgereicht.
Die EU-weite Ausschreibung erfolgte im Januar, der Preisträger wird im Juli feststehen, so dass mit dem 1. Spatenstich im Herbst 2010 zu rechnen ist.
Der Realisierungswettbewerb wurde von der Stadt Frankfurt (Oder) ausgelobt. Weitere Informationen unter:
www.wettbewerb-kleist-museum.de/wettbewerb.html