Deutsch

English

Suche

<  September 2010  >

MoDiMiDoFrSaSo
  1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30

Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse für unseren Newsletter an. Wir werden Sie regelmäßig über interessante Veranstaltungen und Neuigkeiten informieren.

Newsletter-Anmeldung

Berlin und Frankfurt (Oder)

Kleist: Krise und Experiment

Die große Ausstellung zum Kleist-Jahr 2011 mehr

So | 05.09.2010

Stiftung Fürst Pückler Museum, Park und Schloss Branitz

Ausstellung

Kleist, Pückler und das ewig Weibliche… Heinrich von Kleist, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und die Frauen

Ort: Stiftung Fürst Pückler Museum, Park und Schloss Branitz

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei Geistesgrößen ihrer Zeit, Adlige, die sich zeitlebens nicht begegnet sind, deren beider Leben und Werk aber untrennbar mit weiblichen Protagonisten verbunden war. Die Exposition beleuchtet die Beziehungen beider Männer zu Frauen und geht dabei sowohl auf reale Personen als auch auf die Darstellung von Frauenfiguren in Dramen und Novellen ein.

Kurator: Herbert Schirmer

Eine Ausstellung des Kleist-Museums Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst Pückler Museum, Park und Schloss Branitz.

So | 05.09.2010

Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Ausstellung

Ein Haus für Kleist

Ort: Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Ausstellung der Architekturmodelle und Präsentation der Preisträgermodelle des EU-weit ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs für den Neubau des Kleist-Museums. 

Kleist-Museum
Faberstraße 7
D-15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: +49-(0)335-53 11 55
Fax: +49-(0)335-500 49 45
E-Mail: info@kleist-museum.de

So | 05.09.2010

Burg Beeskow

Außerdem

„Dein Gedicht ist ein Gedicht“ - Workshop und Lyrikwettbewerb

„Dein Gedicht ist ein Gedicht“ - Workshop und Lyrikwettbewerb

Ort: Burg Beeskow

1. Workshop des Lyrikwettbewerbs für Schüler und Jugendliche rund um den Frankfurter Schriftsteller Heinrich von Kleist.
Brigitte Struzyk, Carmen Winter und Richard Pietraß geben Tipps und Tricks zum Thema Lyrik.


04.09., 14.00 Uhr
Exkursion

„Auf den Spuren Heinrich von Kleist“ Führung durch Frankfurt (Oder) und das Kleist-Museum
Preis: 5,00 € (Workshopteilnehmer frei)


05.09., 17.00 Uhr
Vortrag

„Sprüche klopfen“
Vortrag zum Thema Sprach-Rhythmus von Carmen Winter
Eintritt: 2,50 € (Workshopteilnehmer frei)

Burg Beeskow - Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrum des Landkreises Oder-Spree
Frankfurter Straße 23
15848 Beeskow
Tel. 03366 352701
Fax 03366 21117
Hotline 0180 50 123 00 

info@burg-beeskow.com

www.burg-beeskow.de

So | 05.09.2010

Schauspielhaus Hamburg

Bühne

Robert Guiskard

Robert Guiskard

Ort: Schauspielhaus Hamburg

Uhrzeit: 20:00 Uhr

»Mein verehrungswürdigster Freund, lieber, gnädiger Herr Wieland, ich wollte, ich könnte Ihnen die Penthesilea so, bei dem Kamin, aus dem Stegreif vortragen, wie damals, vor fast fünf Jahren, den Robert Guiskard. Entsinnen Sie sich dessen wohl noch? Das war der stolzeste Augenblick meines Lebens. Soviel ist gewiß: ich habe eine Tragödie (Sie wissen, wie ich mich damit gequält habe) von der Brust heruntergehustet; und fühle mich wieder ganz frei! In kurzem soll auch der Robert Guiskard folgen; und ich überlasse es Ihnen, mir alsdann zu sagen, welches von beiden besser sei; denn ich weiß es nicht. Es ist wahr: Hier in dem herrlichen Elbtal, das wie ein Gemälde von Claude Lorrain unter meinen Füßen liegt, habe ich nach langer Zeit mich wieder dieses Werkes angenommen. Eben jetzt arbeite ich an einer Szene, in der das Volk sehnsüchtig des Erscheinens Guiskards harrt und daran fast verzweifelt. Ich zwinge mich geradezu zur Arbeit – «
HEINRICH VON KLEIST

»Sie müssen Ihren Guiscard vollenden, und wenn der ganze Kaukasus und Atlas auf Sie drückte«, schrieb der Dichter Christoph Martin Wieland 1802 an Heinrich von Kleist. In keines seiner Stücke hat Kleist so hohe Erwartungen gesetzt, und trotzdem ist es ein Fragment geblieben. Den Stoff von der Belagerung Konstantinopels durch Robert Guiskard, den Herzog der Normänner, übernimmt Kleist sehr frei aus mehreren historischen Quellen und macht aus ihm ein Stück über die Legitimation von Herrschaft. Die Pest wütet im Normannenheer vor den Toren Konstantinopels. Herzog Guiskards Eroberungsfeldzug ist ins Stocken geraten. Das Kriegsvolk bittet den Feldherrn umzukehren, in die Heimat, nach Italien. Dann verbreitet sich das Gerücht, Guiskard selbst sei erkrankt. Das Volk steht kurz vor der Revolte und ruft nach seinem Anführer, doch der lässt sich nicht blicken. Prinz Abälard, Guiskards Neffe, der bei der Thronfolge übergangen wurde, bemüht sich um die Gunst des Volks und bestätigt das Gerücht, während Robert, der Sohn Guiskards, der Nachricht von der Erkrankung seines Vaters entschieden widerspricht. Doch Abälard schürt mit immer weiteren Einzelheiten die Aufregung im Volk. Da erscheint unerwartet Guiskard selbst, der in einem gespenstischen Auftritt vor sein jubelndes Volk tritt. Fünfmal hat Kleist seinen »Guiskard « begonnen, fünfmal hat er ihn vernichtet. Beim sechsten Mal ist er fast fertig, da verbrennt er das Manuskript 1803 in Paris: »Ich trete vor einem zurück, der noch nicht da ist, und beuge mich, ein Jahrtausend im voraus, vor seinem Geiste.« Fünf Jahre darauf, 1808, rekonstruiert er das Werk und veröffentlicht die ersten zehn Auftritte mit insgesamt 524 Blankversen als Fragment in der Zeitschrift »Phöbus«, deren Mitherausgeber er war. Entstanden ist eine hochmoderne Paraphrase auf die Brüchigkeit politischer Herrschaftssysteme. Kleist schreitet anhand dieses Szenarios das Feld politischer Machtstrukturen ab: zwischen Opportunismus und Verschleierungstaktik, Agitation und Rebellion, Resignation und Hoffnung. Neben Mathieu Carrière, Wolfram Koch, Jacqueline Macaulay, Lukas Holzhausen, Juliane Koren, Irene Kugler und Sören Wunderlich wird Thomas Thieme in der Titelrolle zu sehen sein.

So | 05.09.2010

Schauspielhaus Hamburg

Bühne

Wenn ihr euch totschlagt ist es ein Versehen

Ort: Schauspielhaus Hamburg

Uhrzeit: 20:30 Uhr

von Oliver Bukowski nach Motiven Heinrich von Kleists
Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2010

»Wie vergegenwärtigt man Kleist? Buchstäblich. Es sind kaum Rückschlüsse vom Werk auf das Leben des Autors möglich – zumindest in diesem Punkt ist sich die Fachwelt halbwegs einig. Sein Tod, mehr noch sein Leben, bietet jedoch genügend Anlässe und eigentümliche Widersprüche, um dem Dramatiker entweder als tragischem Genie nachzuraunen, oder ihn schlicht für großartig, aber eben psychisch gestört zu erklären. Eine der ersten modernen Depressionen, so ließe sich sagen. Die zeitgenössische Sozialpsychologie beschreibt den Druck auf das von allen Sicherheiten ›befreite‹ Individuum als den Psychoterror der Aufforderung SEI-DU-SELBST! Ein simpler, eigentlich erfreulicher Satz, der aber heute Depressionen zur psychischen Volkskrankheit Nr.1 macht. Und genau hier wird uns Kleist nah und tatsächlich im besten Wortsinn gegenwärtig.« Oliver Bukowski

Mit Lust an schwarzer Situationskomik und Wortwitz folgt die Entwicklung des Stücks tatsächlichen Lebenssituationen Kleists, lässt die Bühne aber nicht zum Podium eines Bildungsabends, zur Dichterbiographie verkommen. Vielmehr lässt sich hinter der Komödie eine Tragödie über die Abgründe zwischen Genie und Wahnsinn erkennen. Innerhalb der Sinnsuche nach dem Ich in einer Welt, die man nicht sein Eigen nennen kann, ist uns Kleist damit heute vielleicht näher denn je. Oliver Bukowski, geboren 1961 in Cottbus, war nach seinem Philosophiestudium Doktorand für Sozialwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Stücke wurden mehrfach bei den Mülheimer Theatertagen gezeigt und gewannen viele Preise. Für »Gäste« wurde Bukowski in Mülheim 1999 zum Dramatiker des Jahres gewählt, für »Londn – L.Ä. – Lübbenau« erhielt er den Gerhart-Hauptmann-Preis. Bukowski schreibt auch Drehbücher, die Filme wurden auf der Berlinale gezeigt und für den Grimme-Preis nominiert. Außerdem betreut er als Gastprofessor an der UdK Berlin den Studiengang »Szenisches Schreiben«. Am Schauspielhaus war 2007 bereits sein Stück »Bowling Alone« zu sehen, außerdem »Kritische Masse«, ein Auftragswerk, das 2009 von Sebastian Nübling uraufgeführt wurde.