Heinrich von Kleists „Berliner Abendblätter“ waren ihrerzeit eine der ersten Tageszeitungen im deutschsprachigen Raum und eine echte Sensation: Sie ließen die Grenzen zwischen Journalismus und Literatur verschwimmen. Die abgedruckten Polizeimeldungen berichteten von Kriminalfällen aus der Nachbarschaft – damals ein absolutes Novum.  Insbesondere die Geschichte um die „Mordbrennerbande“ wurde wirkungsvoll in Extrablättern aufbereitet.

Die Ausstellung führt durch die Geschichte der Zeitung, beleuchtet das Netzwerk von bekannten Persönlichkeiten, die an den „Abendblättern“ mitwirkten, die Strategien, die Kleist nutzte, und das zensurbedingte Ende seines letzten Zeitungsprojekts. Besucher*innen sind eingeladen in die Welt der „Abendblätter“ einzutauchen. Welche kuriosen und interessanten Geschichten verbergen sich noch in der Zeitung, die zwischen Oktober 1810 und März 1811 erschien? Im Hintergrund immer die Fragen: Wie nehmen wir Medien und Journalismus heute wahr und inwiefern war Kleist ein Vorreiter?

Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm in Frankfurt und Berlin mit Führungen, Diskussionen, Spaziergängen u. v. m. bietet vertiefende Einblicke in die journalistische Arbeit um 1800 und heute.

Beteiligte

Kuration: Viviane Jasmin Meierdreeß

Gestaltung: Studio Neue Museen, Halle

Ausstellungskalender

17:00 Uhr
gezeichnetes Portrait von Achim von Arnim im Profil
Achim von Arnim ©Kleist-Museum
Salon Kleist

Von Oktober 1813 bis Februar 1814 gab Achim von Arnim die Tageszeitung „Der preußische Correspondent“ heraus. In Briefen beschreibt er seinen Alltag als Zeitungsmacher. Der Germanist Jürgen Knaack erzählt von der Entstehungszeit des „Correspondenten“ und stellt seine Arnim-Biografie „Alles geschieht in der Welt der Poesie wegen“ vor.

Um 16:15 Uhr lädt die Kuratorin zur Führung durch die Sonderausstellung ein.

7 €, erm. 4 € (inkl. Führung, Salontee und Gebäck)

12:00 Uhr
Kampagnenmotiv der Sonderausstellung; leuchtend blauen großer Tintenklecks vor giftgrünem Hintergrund; links in Großbuchstaben der Titel der Sonderausstellung; oben Laufzeit und Logo des Kleist-Museums ©Laetitia Korte/Studio Neue Museen
Kampagnenmotiv ©Laetitia Korte/Studio Neue Museen