mobile Navigation

Kleist romantisch – Klangcollage

Werden Sie Teil der Sonderausstellung!

„...so prägt, wenn ich nur dreist damit den Anfang mache, das Gemüt, während die Rede fortschreitet, in der Notwendigkeit dem Anfang nun auch ein Ende zu finden, jene verworrene Vorstellung zur völligen Deutlichkeit aus …”

Heinrich von Kleist hat sich in seinem Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden für das Drauflos-Reden ausgesprochen.
Was passiert beim Drauflos-‚Lesen‘ im Kopf? Spielen sich im „inneren Ohr“ Geräusche ab? Ruft das Beschriebene klangliche Assoziationen hervor? Romantik ist ein geräuschvolles Unterfangen und nun dürfen Sie den Ton ageben. Ist Kleist für Sie ein lautes Lachen, ein langes Gähnen oder ein energischer Vortrag seiner Worte?

Nutzen Sie Ihr Smartphone oder Tablet und legen Sie gleich los. Nehmen Sie Ihr Geräusch oder Ihren Vortrag im Bezug zu
Kleist auf und laden Sie die Datei direkt in die Cloud hoch. Ihr Beitrag wird dann in der Klangcollage der Sonderausstellung zu hören sein. 

Bitte beachten Sie, dass Ihre Audio-Datei mindestens sieben Sekunden und maximal eine Minute lang sein sollte. Verwendet werden können alle Textstellen aus Kleists Werken – egal ob Schmuckausgabe, Reclam-Heft oder kleist-digital

 

Unschlüssig?
Hier sind ein paar kleine Anregungen:

 „Von Zeit zu Zeit holte er sich, mit stillen und geräuschlosen Bewegungen, eine Handvoll Nüsse aus der Tasche. die er bei sich trug, und während Piachi sich die Tränen vom Auge wischte, nahm er sie zwischen die Zähne und knachte sie auf.“

Der Findling


„Demnach ließ er beim Einbruch der Dämmerung sein Bett in dem besagten Zimmer aufschlagen und erharrte, ohne zu schlafen, die Mitternacht. Aber wie erschüttert war er, als er in der Tat mit dem Schlage der Geisterstunde das unbegreifliche Geräusch wahrnahm; es war, als ob ein Mensch sich von Stroh, das unter ihm knisterte, erhob, quer über das Zimmer ging, und hinter dem Ofen unter Geseufz und Geröchel niedersank.“ 

– Das Bettelweib von Locarno


„Ist diese Hand mein? Diese Brust hier mein? Gehört das Bild mir, das der Spiegel strahlt? Er wäre fremder mir, als ich! Nimm mir Das Aug‘, so hör‘ ich ihn; das Ohr, ich fühl ihn; Mir das Gefühl hinweg, ich atm‘ ihn noch; Nimm Aug‘ und Ohr, Gefühl mir und Geruch, Mir alle Sinn‘ und gönne mir das Herz: So läßt du mir die Glocke, dich ich brauche, Aus einer Welt noch find‘ ich ihn heraus.“ 

– Alkmene in Amphitryon


„Die Eichen sind so still, die auf den Bergen verstreut sind: man hört den Specht, der daran pickt. Ich glaube, sie wissen, daß Käthchen angekommen ist, und lauschen auf das, was sie denkt. Wenn ich mich doch in die Welt auflösen könnte, um es zu erfahren. Harfenklang muß nicht lieblicher sein, als ihr Gefühl: es würde Israel hinweggelockt von David und seinen Zungen neue Psalter gelehrt haben.“ 

– Theobald in Das Käthchen von Heilbronn