Kleist-Museum Frankfurt (Oder)

So | 27.10.2019

Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Ständige Ausstellung

Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung

Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung

Veranstaltungsort:Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Uhrzeit:10.00 - 18.00 Uhr

Schließtage:Montag

Preise:5,- Euro / erm. 3,- Euro

Mit drei grundsätzlichen Fragen muss sich eine Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers Heinrich von Kleist auseinandersetzen: Wie lässt sich im visuellen Medium Ausstellung ein Leben attraktiv präsentieren, das — außer einer Miniatur — keine anderen gegenständlichen Zeugnisse hinterließ als beschriebene Blätter? Welche Beziehung zwischen der Person Heinrich von Kleist und den von ihm geschaffenen literarischen Werken soll hergestellt werden? Und wie stellt man eigentlich Literatur aus? Die neue Dauerausstellung des Kleist-Museums geht nun das Wagnis ein, Leben und Werk Kleists getrennt zu präsentieren.

Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz, Kleist-Museum
Ausstellungsgestaltung: Arge Panatom und szenographie valentine koppenhöfer
Foto: (c) Lorenz Kienzle

Kleist-Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 - 387 221 0

So | 27.10.2019

Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Ausstellung

"Himmlischer Regen auf die Erde" Kleist bei Fontane - Sonderausstellung des Kleist-Museums zu den Kleist-Festtagen

Veranstaltungsort:Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Uhrzeit:10.00 - 18.00 Uhr

Schließtage:Montag

Preise:5,- Euro / erm. 3,- Euro

bis 26. Januar 2020

Theodor Fontane berichtete in seinen Wanderungen nur beiläufig von Kleists Sterbeort, dessen Dichtungen spielen dabei keine Rolle. Doch einen "Ausflug bis zu Stimmings [zu] machen, um Heinrich v. Kleists Grab" zu sehen, fand der unternehmungslustige Fontane immerhin notwendig. Im Zuge der wachsenden Kleist-Renaissance seit den 1870-er Jahren beschäftigte sich Fontane ausführlich mit dem Werk Heinrich von Kleists. 1872, in der Sommerfrische in Krummhübel, las er sämtliche Dramen und Erzählungen und war dabei durchaus kritisch: Kleists außerordentliches Talent sei viel zu "poetisch-romantisch", weil der Prinz von Homburg in einem unhistorisch wirkenden Stück nicht als Held, sondern eher als "Waschlappen" auftrete. Die Erzählungen dagegen seien spannend und meisterhaft entwickelt, sogar in ihren schrecklichsten Momenten. Otto Brahms biografische Kleist-Studie brachte Fontane 1884 erneut auf Kleist, den damals besonders für Die Herrmannsschlacht und Das Käthchen von Heilbronn hoch geachteten Dichter.

Fontanes Kleist-Lektüre ist eng an seine Tätigkeit als Theaterkritiker für die Vossische Zeitung 1870 – 1889 gebunden. Die anfangs scharfen Urteile sind in den sieben Rezensionen zu Kleist-Stücken deutlich abgemildert. Sie bilden nur einen kleinen Teil der 740 Theaterkritiken, in deren Entstehungszeit Theodor Fontane selbst der Durchbruch als Erzähler und Romancier gelang. Auch wenn Fontanes Theaterkritiken bis heute nicht sehr bekannt sind, lässt sich doch einiges in ihnen entdecken, etwa in Beschreibungen damaliger Theaterpraxis und -dichtung oder die verschleierte Selbstdarstellung des Dichters.

Die Ausstellung widmet sich Fontanes Texten zu Kleist, den Lesenotizen und Theaterkritiken. Daraus entsteht ein Kleist-Bild, das zwischen aufrichtiger Bewunderung und verständnisloser Ablehnung schwankt. Bei einer Betrachtung der Lebenswege dieser beiden bekanntesten märkisch-preußischen Dichter klingen Parallelen an. Außerdem wird mit Fontanes historisch-vaterländischem Roman Vor dem Sturm ein Panorama der Kleist-Zeit ausgebreitet. Der Ausstellungstitel ist einer Äußerung Fontanes entlehnt. Über den Dichter Ernst von Wildenbruch, einen Enkel des Prinzen Louis Ferdinand, schrieb er: "Wildenbruch hat wieder einen furchtbaren Vers gesündigt, der helle Blödsinn, und dieser Mann behauptet, der wiedererstandne Heinrich v. Kleist zu sein. Wenn Kleist nieste, fiel im Verhältniß zu W. ein himmlischer Regen auf die Erde."

Ausstellungskuratierung: Dr. Claudia Czok
Ausstellungsgestaltung: Thomas Lorenz-Herting

Kuratorinnenführungen: Samstag, 19. Oktober 2019, 18.30 Uhr / Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18 Uhr / Sonntag, 27. Oktober 2019, 13 Uhr

Eine Ausstellung im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.

Kleist-Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 - 387 221 0

So | 27.10.2019

St.-Gertraud-Kirche, Frankfurt (Oder)

Lesung

"Vor dem Sturm" - Die Frankfurter Bürgerschaft liest Fontane

Veranstaltungsort:St.-Gertraud-Kirche, Frankfurt (Oder)

Uhrzeit:14.00 Uhr

Preise:Eintritt frei!

Gegen Ende der Kleist-Festtage unter dem Motto Stürmische Zeiten laden wir zur Premiere der Bürgerschaftslesung Vor dem Sturm ein. Seit Juli 2019 haben sich die Teilnehmer*innen mit dem "Roman aus dem Winter 1812/13" auseinandergesetzt, der literarisch in die Kleist-Zeit führt. In der beeindruckenden St.-Gertraud-Kirche, direkt vor dem Marienaltar, lesen die Bürger*innen unter der Regie von Daniel Heinz zum Abschluss des Projektes Teile des Romans, der unserer Stadt ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Die Lesung wird per Video aufgenommen und nach dem Ende der Kleist-Festtage allen Beteiligten zur Verfügung gestellt. Zwischen den Lesungen laden die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) - Lebus und das Kleist-Museum zu Entspannung bei Kaffee und Kuchen, zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Gespräch ein.

 

Kleist-Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 - 387 221 0

So | 27.10.2019

Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Filmfrühstück

Käthchens Traum

Veranstaltungsort:Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Uhrzeit:11.00 Uhr

Preise:8,- Euro / ermäßigt 6,- Euro / 4,- Euro mit Festivalpass (inklusive Kaffee und Croissant)

2004 eröffnete Jürgen Flimms filmische Adaption des Käthchens von Heilbronn den Internationalen Filmkongress der Filmstiftung NRW. Bereits 1980 hatte Flimm sich in einer Theaterinszenierung mit Katharina Thalbach in der Titelrolle dieses Stücks angenommen. Der knapp ein Vierteljahrhundert später entstandene Film verlegt die Handlung in die Gegenwart und wartet mit einer imposanten Kulisse auf: die verlassenen Hüttenwerke im heutigen Landschaftspark Duisburg-Nord, einem  Industriedenkmal von europäischem Rang. Teresa Weißbach spielt das Käthchen, Tobias Moretti ist Graf vom Strahl, Chef eines Pharmakonzerns, der kurz vor der Einführung eines vielversprechenden Anti-Aging-Produktes steht. Da beschuldigt ihn der Automechaniker Theo Friedeborn, gespielt von Ernst Stötzner, dass seine Tochter Käthchen Opfer klinischer Test geworden sei… Die radikal moderne Bildsprache wird mit dem Kleistschen Originaltext verbunden, bis zum – überraschenden – Ende.
Regie: Jürgen Flimm
In weiteren Rollen: Julia Stemberger, Sylvester Groth, August Zirner, Armin Rohde

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kleist-Festtage 2019.

Kleist-Museum
Faberstraße 6-7
15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 - 387 221 0

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